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Ist Follower kaufen in Großbritannien legal?

Von Oliver Hayes · Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Ob Follower kaufen legal ist, hängt davon ab, wer kauft. Für Privatpersonen ist es in Großbritannien keine Straftat. Es verstößt aber gegen die Nutzungsbedingungen der meisten Plattformen – das ist eine vertragliche Frage, keine strafrechtliche, und kann dich Follower oder deinen Account kosten. Anders sieht es aus, wenn ein Unternehmen oder Creator mit Zahlen verkauft: Das britische Verbraucherrecht verbietet irreführende Geschäftspraktiken und Fake-Bewertungen, und die Werberegeln verbieten irreführende Aussagen.

Dieser Ratgeber zeigt, wo die Grenzen für private Accounts, Creator und Unternehmen liegen – auf Basis der Regeln, die im Oktober 2026 gelten. Es handelt sich um allgemeine Informationen, nicht um Rechtsberatung. Wenn du einen konkreten Vertrag oder eine bestimmte Kampagne im Blick hast, sprich mit einem Anwalt (in Großbritannien: Solicitor).

Ist es eine Straftat, Follower zu kaufen?

Kein britisches Gesetz stellt den Kauf von Followern, Likes oder Views für einen privaten Account ausdrücklich unter Strafe. Niemand wird strafrechtlich verfolgt, weil er mehr Follower hat, als seine Inhalte allein bringen würden.

Worum es stattdessen geht, ist die Vereinbarung, die du bei der Anmeldung auf der Plattform akzeptiert hast. Ein Verstoß gegen diese Bedingungen ist eine Vertragsverletzung zwischen dir und der Plattform – über die Folgen entscheidet also die Plattform, nicht die Polizei. Diese Folgen sind allerdings real: entfernte Follower, gelöschte Inhalte, geringere Reichweite, Verwarnungen oder in schweren bzw. wiederholten Fällen ein gesperrter Account. Zu den praktischen Risiken für deinen Account findest du mehr auf unserer Seite dazu, ob es sicher ist, Follower zu kaufen.

Was sagen die Regeln der Plattformen selbst?

Alle großen Plattformen werten künstliches Engagement als Regelverstoß, auch wenn sie es etwas unterschiedlich formulieren.

PlattformWas die Regeln sagenTypische Folge
InstagramApps, die unechte Likes, Follows und Kommentare erzeugen, verstoßen gegen die Gemeinschaftsrichtlinien und NutzungsbedingungenUnechte Aktivität wird entfernt; bei Accounts, die solche Apps weiter nutzen, kann die Nutzung eingeschränkt werden
TikTokFake-Engagement ist verboten, auch Dienste, die Follower oder Likes verkaufenFake-Follower und -Likes werden entfernt, meist durch automatisierte Systeme
YouTubeDie Richtlinie zu Fake-Engagement verbietet, Aufrufe, Likes oder Abonnenten künstlich zu steigern – auch durch jemanden, den du beauftragstKünstlicher Traffic wird nicht gezählt; Verwarnungen, Verstöße und nach drei Verstößen innerhalb von 90 Tagen möglicherweise die Kündigung des Kanals

YouTube weist auf einen wichtigen Punkt hin: Wenn du jemanden beauftragst, deinen Kanal zu bewerben, können dessen Handlungen deinen Kanal so betreffen, als wären es deine eigenen.

Wann spielt das Verbraucherschutzrecht eine Rolle?

Das Verbraucherrecht gilt für Gewerbetreibende, also für alle, die zu geschäftlichen Zwecken handeln – einschließlich Personen, die im Auftrag eines Unternehmens handeln. Ein Hobby-Account fällt nicht darunter. Ein Shop, eine Marke, ein bezahlter Creator oder eine Agentur dagegen schon.

Der DMCC Act hat die alten Vorschriften ersetzt

Seit dem 6. April 2025 werden unlautere Geschäftspraktiken durch Teil 4 des Digital Markets, Competition and Consumers Act 2024 geregelt, der die Consumer Protection from Unfair Trading Regulations 2008 ersetzt hat. Danach ist eine Praxis eine irreführende Handlung, wenn sie falsche oder irreführende Informationen oder eine insgesamt täuschende Darstellung enthält und den durchschnittlichen Verbraucher wahrscheinlich zu einer anderen Entscheidung veranlasst.

Die Leitlinien der Competition and Markets Authority (CMA) erwähnen Followerzahlen, Likes oder Views nicht ausdrücklich. Eine Zahl auf einem Profil ist selten schon für sich eine Aussage. Wenn ein Unternehmen aber mit aufgeblähten Zahlen Kunden überzeugen will – etwa indem es sich als der Salon mit den meisten Followern in der Gegend bewirbt, obwohl die Follower gekauft sind –, könnte diese Darstellung als irreführend eingestuft werden.

Fake-Bewertungen sind komplett verboten

Das Gesetz enthält außerdem eine Liste verbotener Praktiken, die unter allen Umständen unlauter sind. Die verbotene Praxis Nr. 13 betrifft Fake-Bewertungen: eine Bewertung abzugeben oder in Auftrag zu geben, die vorgibt, auf echter Erfahrung zu beruhen, obwohl das nicht stimmt, zu verschweigen, dass eine Bewertung belohnt wurde, und Dienste anzubieten, die anderen dabei helfen. Die Leitlinien der CMA fassen den Begriff der Verbraucherbewertung weit und nennen den Kauf von Bot-generierten Bewertungen als Beispiel für eine Beauftragung.

Das ist die klarste Grenze für Unternehmen. Follower sind keine Bewertungen, bezahlte Kommentare, die wie Kundenstimmen klingen, könnten es aber sein. Wenn du Kommentare für einen Business-Account bestellst, achte darauf, dass keiner davon als Feedback eines echten Kunden durchgehen könnte.

Was kann einem Unternehmen passieren, das gegen die Regeln verstößt?

Die CMA kann das Verbraucherrecht inzwischen direkt durchsetzen und Strafen von bis zu £300.000 oder 10 % des weltweiten Umsatzes verhängen, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Die meisten verbotenen Praktiken sind zudem Straftaten, das Verbot von Fake-Bewertungen wird jedoch zivilrechtlich durchgesetzt und nicht strafrechtlich verfolgt.

Was sagen die Werberegeln zu Aussagen über Beliebtheit?

Wenn du Werbung machst, gilt für dein Marketing der CAP Code, den die Advertising Standards Authority (ASA) durchsetzt. Regel 3.1 besagt, dass Marketingkommunikation nicht wesentlich irreführen darf und auch nicht geeignet sein darf, dies zu tun. Regel 3.3 besagt, dass keine wesentlichen Informationen weggelassen werden dürfen.

In der Praxis muss jede Aussage darüber, wie beliebt du bist – etwa dass du in deiner Kategorie die meisten Follower hast oder am beliebtesten bist –, wahr sein und sich belegen lassen. Mit gekauften Zahlen ist das schwierig.

Was ist mit Influencern und Markenkooperationen?

Creator, die Produkte bewerben, gelten bei diesen Posts als Gewerbetreibende. Laut den Leitlinien der CMA kann ein Influencer, der eine Marke bei seinen Followern bewirbt, mitverantwortlich dafür sein, dass diese Werbung rechtmäßig ist, und bezahlte Inhalte müssen klar gekennzeichnet sein. Die Details zur Kennzeichnung findest du in unserem Ratgeber zu den britischen #ad-Kennzeichnungsregeln.

Das andere Risiko sind Markenverträge. Viele Marken fragen nach Zielgruppendaten, und manche Verträge enthalten Klauseln zu einer authentischen Zielgruppe. Wer gekaufte Follower in Verhandlungen als organische Reichweite ausgibt, könnte je nach Vertragsbedingungen gegen den Vertrag verstoßen oder der Marke einen Grund geben, ihn zu beenden. Teile ehrliche Statistiken, dann hast du dieses Problem nicht.

Wie bleibst du auf der sicheren Seite?

  • Privater Account: Das Hauptrisiko sind die Regeln der Plattform, nicht das Gesetz. Halte die Mengen moderat und gib niemals dein Passwort weiter.
  • Business-Account: Nutze Follower als Startpunkt für Social Proof, aber nie als Beleg für Werbeaussagen. Unser Ratgeber zu Followern für Business-Accounts zeigt, was sie leisten können und was nicht.
  • Kaufe niemals Bewertungen oder Kundenstimmen, weder auf deiner eigenen Website noch auf Bewertungsplattformen oder in Kommentaren.
  • Sei ehrlich zu Marken, was die Herkunft deiner Zielgruppe angeht.
  • Wähle deinen Anbieter sorgfältig aus. Unsere Liste mit Warnsignalen bei Wachstumsdiensten zeigt, was du meiden solltest. Ein seriöser Dienst wie StreamElevate braucht nur einen öffentlichen Link und loggt sich nie in deinen Account ein.

Häufige Fragen

Kann ich eine Strafe bekommen, wenn ich Instagram-Follower für einen privaten Account kaufe?

Nicht nach dem Verbraucherschutzrecht, denn das richtet sich an Gewerbetreibende und nicht an Privatpersonen. Die Plattform kann aber trotzdem Follower entfernen oder deinen Account nach ihren eigenen Bedingungen einschränken.

Ist der Verkauf von Followern in Großbritannien illegal?

Der Verkauf von Followern ist nicht ausdrücklich als Straftat definiert. Verkäufer müssen sich gegenüber ihren eigenen Kunden aber an das allgemeine Verbraucherrecht halten, und jeder Dienst, der Fake-Bewertungen verkauft oder anderen hilft, sie zu veröffentlichen, fällt unter das Verbot des DMCC Act.

Gilt das britische Verbot von Fake-Bewertungen auch für Likes und Follower?

Die Leitlinien der CMA nennen weder Follower noch Views. Sie erwähnen aber grafische Signale, die an Bewertungen hängen, etwa einen Daumen nach oben, der eine Bewertung als hilfreich markiert. Engagement, das Bewertungen stützt, fällt also darunter.

Kann eine Marke rechtlich gegen mich vorgehen, wenn sie herausfindet, dass ich Follower gekauft habe?

Das hängt von deinem Vertrag ab. Wenn du der Marke irreführende Zahlen zu deiner Zielgruppe genannt hast oder der Vertrag eine authentische Zielgruppe verlangt, kann sie den Deal möglicherweise beenden oder ihr Geld zurückfordern. Lass dich zum genauen Wortlaut rechtlich beraten.

Quellen: CMA: Unfair commercial practices guidance (CMA207), CMA: Fake reviews guidance (CMA208), ASA: CAP Code rule 3.1, YouTube-Hilfe: Richtlinie zu Fake-Engagement

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